KWS
   
 

Eiweißpflanzen bei KWS

Hier finden Sie gebündelt Anbauinformationen zu heimischen Eiweißpflanzen.
Die Beiträge sollen dem praktischen Landwirt als Hilfestellung dienen.
Sie sind eingeladen mit uns in Kontakt zu treten und am Wissensaustausch teilzunehmen.

Überzeugen Sie sich selbst!

 

Fruchtfolge:
Neben den Standortansprüchen und der richtigen Bodenbearbeitung kommt es natürlich auch auf die geeignete Fruchtfolge an.
Zu den ungeeigneten Vorfrüchten gehören z. B. Kleegras, Körnerleguminosen, Zwischenfruchtmischungen mit Wicken. Geeignete Vorfrüchte sind dagegen Getreide, Mais, Hackfrüchte sowie Gräser. Die Anbaupausen sollten zwischen 5-6 Jahren sein, denn sonst könnten verstärkt Fußkrankheiten, Leguminosenmüdigkeit sowie Selbstunverträglichkeit auftreten.
(Quelle: LWK, NRW)

 

 
 
Standortansprüche & Bodenbearbeitung von Ackerbohnen:
Um einen möglichst optimalen Aufwuchs von Ackerbohnen zu erzielen, muss ein möglichst optimaler Standort gewählt werden. Dazu sind einige Faktoren zu beachten.
 
Standortansprüche:
Eine Bohne benötigt einen hohen Wassergehalt. Gute und schwere Böden sind ideal sowie mittelschwere, tiefgründige Böden mit hohem Wasserhaltevermögen bzw. leichtere Böden mit Grundwasserversorgung. Außerdem benötigen Ackerbohnen eine gute Kalkversorgung und einen pH-Wert von 6.
 
Bodenbearbeitung:
Vor der Aussaat empfiehlt sich eine normale Bodenbearbeitung wie zur Getreideaussaat durchzuführen. Nach Möglichkeit sollte der Boden keine verfestigten Bodenhorizonte, keine Verdichtungen wie Pflugsohlen besitzen. Daher sollte nicht zu früh bei schlechtem Wetter ausgesät werden (die Saat nicht in den Boden schmieren).
(Quelle:LWK,NRW)
 
 
 
Standorteigenschaften von Körnerleguminosen:
 
 
   
(Quelle Diagramme: KTBL Heft 100, S. 25)

 

 

Aussaat von Ackerbohnen:
Die Ackerbohne kann ab Februar gesät werden. Sie verträgt Fröste bis zu -5 °C idealerweise sollten die Ackerbohnen mit Einzelsaattechnik ausgebracht werden. Wem solch eine Technik nicht zur Verfügung steht, kann die Saat auch mit der herkömmlichen Getreide – Technik auf das Feld bringen. Damit die Ackerbohnen die gewünschte Standfestigkeit erreichen und ausreichend Wasser aus dem Erdreich ziehen können, sollten diese bei 6 cm tiefe abgelegt werden. Auf leichteren Böden kann das Saatgut bei 10 cm und bei schweren Böden bei 8 cm Tiefe abgelegt werden. Bei einem Reihenabstand von 10-45 cm können Sie mit 35-45 Pflanzen/m² rechnen (je TKG 160kg-300kg/ha).(Quelle: LWK NRW)

 

 

Erntetipps für die Ackerbohne auf einen Blick!
• Druschreife bei einer Kornfeuchte zwischen 24-15%
• Idealer Druschzeitpunkt bei einer Feuchte von 17 bis 18 %
  (niedrigere Feuchtigkeitswerte erhöht die Gefahr von Bruchkorn)
• Absenken der Trommeldreschzahl (Minderung von Kornverletzung und Bruchkorn)
• Dreschkorb weit einstellen
• Lagerung bei einer Feuchte von nur 15 %
(Quelle: Land und Forst; Nr. 32/2015; S. 28)
 
 
Wurzelaufbau der Ackerbohne (Vicia faba):
Die Ackerbohne ist eine Polwurzelpflanze, die Seitenwurzeln (bis in 3. und  4. Ordnung) sind oft büschelförmig verzweigt. Kugelförmige und ovale Knöllchenbakterien besiedeln die Wurzeln dicht gedrängt. Auf grundwasserfernen Standorten kann die Zahl der Knöllchenbakterien erhöht  sein.
Je nach Standort variiert die Wuzeltiefe der Ackerbohne sehr stark. Es wurden Pflanzen zwischen 90 und 225 cm Wurzellänge gefunden. Im Allgemeinen endet die Durchwurzelung aber bei 100 cm. Im Vergleich zur Durchwurzelungstiefe hat die Ackerbohne einen hohen Sproß (50 – 120 cm). Zum Teil wird die Versorgung der Pflanzen dann von stark verzweigten Seitenwurzeln übernommen.  Die Ackerbohne erreicht eine Gesamtwurzellänge von 2 km.
(Quelle: Wurzelatlas, DLG-Verlag, Seite 310)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wurzelaufbau der Körnererbse (Pisum sativum):
Die Erbse bildet eine Polwurzel, vom verdickten Bereich dieser Wurzel (Länge ca. 20-25 cm) gehen zahlreiche Seitenwurzeln 1. Ordnung ab. Wurzeltiefe 100 bis 160 cm. Je nach Bodenart und Wasserversorgung sind die Wurzeln bis zu einer Tiefe von rund 50 cm mit kugelförmigen Knöllchenbakterien  besiedelt. Auf Standorten mit größeren Stein- und Grobsandgehalten reagiert die Erbse mit verkürztem Wurzel- und Sproßwachstum. Sehr empfindlich reagiert die Erbse außerdem auf eine mangelnde Durchlüftung des Bodens.
Seitenwurzeln verlaufen mit dichten Wurzelwerk in der Krume. Ist die Polwurzel, z.B. durch eine Pflugsohle, in ihrem Tiefenwachstum behindert, nehmen die Seitenwurzeln deutlich zu.
          

(Quelle: Wurzelatlas, DLG-Verlag, Seite 310)

 
 
Der Bodentest:
Ob ein Schlag geeignet ist oder ob eine Bodenmüdigkeit durch z. B.  Fußkrankheiten vorliegt, können Sie ganz einfach mit einem Bodentest überprüfen. Beispielsweise bei Erbsen ist es wichtig im Voraus zu wissen wie hoch der Schaddruck ist. Sie sind sehr empfindlich und reagieren oft bei zu hohem Krankheitsdruck mit Ertragsdepressionen.
 
Um den Test durchführen zu können, benötigen Sie folgende Dinge:
• 10 l feuchten Boden
• 4 Aluschalen
• 8 Töpfe (je 1 l mit Untersetzern)
• 40 gesunde Erbsensamen
• eine Waage
• einen Ofen.
 
Zusätzlich ist es wichtig ausreichend Zeit einzuplanen. Am besten Sie beginnen etwa drei Monate vor der Aussaat. Der Test läuft wie folgt ab:
Sie nehmen 10 Liter feuchten Boden vom gewünschten Schlag (repräsentative Bodenprobe, 10mm gesiebt). Die Hälfte des gut durchmischten Bodens füllen Sie in die vier Aluschalen und decken diese mit Alufolie ab.
      (Quelle Fotos) : J.Fuchs, FiBL; Schweiz)
Anschließen stellen Sie die Schalen für mindestens 12 Stunden bei 70-100 °C in den Ofen. Nun nehmen Sie sich die Töpfe zur Hand und beschriften vier mit einen K und vier mit einem H. Das K steht für Kontrolle und das H für hitzebehandelt. Nachdem Sie die Hitzebehandlung der Erde im Backofen durchgeführt haben, muss die Erde abkühlen. Die abgekühlte Erde kommt in die vier Töpfe mit dem H. Die vier Töpfe mit K werden mit der unbehandelten Erde gefüllt. Geben Sie in jeden der acht Töpfe 5 Erbsen- oder Ackerbohnensamen.

(Quelle: J.Fuchs, FiBL; Schweiz)

Die Töpfe sollten bei mindestens 18 °C, geschützt, mit ausreichender Feuchtigkeit und  Tageslicht oder einer Pflanzenbeleuchtung versorgt sein. Während der Wachstumsphase sollte die Erde in den Töpfen stets feucht gehalten, jedoch Staunässe vermieden werden.
Nach sechs Wochen können Sie den Test auswerten. Falls die gekeimten Pflanzen der Kontrollvariante deutliche Krankheitssymtome zeigen, können Sie natürlich die Auswertung früher beginnen.
Dazu schneiden Sie die Sprosse zwei Zentimeter über der Erde ab und wiegen diese, so dass sie das Frischmassegewicht der einzelnen Töpfe berechnen können.
 
Die Aussage des Tests:
Gewicht der Pflanzen im unbehandelten Boden > 80% des Gewichtes im hitzebehandelten Boden Kaum biologische Bodenmüdigkeit zu befürchten. Gewicht der Pflanzen im unbehandelten Boden zwischen 20 und 80% des Gewichtes im hitzebehandelten Boden. Bei schlechter Witterung ist eine biologische Bodenmüdigkeit zu befürchten.
Gewicht der Pflanzen im unbehandelten Boden < 20% des Gewichtes im hitzebehandelten Boden Unabhängig von den Wetterbedingungen ist mit starken Bodenmüdigkeitssymtomen zu rechen.
(Quelle: Körnerleguminosen und Bodenfruchtbarkeit – Strategien für einen erfolgreichen Anbau, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
KWS